Präventionmanagement

Prävention als Produktionsfaktor der Zukunft

Früherkennung von psychischer Belastung und Burn-out Risiko

Jede Führungskraft kennt aus der öffentlichen Diskussion die Problematik der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. In den Unternehmen wird dieses Problem zu einem immer größeren Kostenfaktor.

Absentismus, Krankenstände, Rehabilitation und Wiedereingliederung sind nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite ein klarer Verlust von betriebswirtschaftlichem Ertrag und volkswirtschaftlichem Vermögen. Damit insgesamt ein Defizit an physischen, kreativen, intelligenten und damit produktiven Ressourcen, die die Wettbewerbsfähigkeit schmälert. Was steckt dahinter?

Der russische Volkswirt Nikolai Kondratieff (1892 – 1938) zeigte dies mit seiner Theorie der langen Konjunkturwellen auf:

Nach jahrzehntelangem Wirtschaftswachstum gibt es plötzlich einen Produktionsfaktor, der sich nicht mehr kurzfristig vermehren lässt. Und weil dieser Faktor so knapp wird, steigt sein Preis. Damit lohnt es sich für den Unternehmer nicht mehr sein Geschäft auszuweiten oder zu betreiben – und noch weiter, die Wirtschaft versinkt in einer Rezession.

Der nächste Zyklus betrifft die menschliche Ressource „Arbeitskraft“. Hier geht es nicht um körperliche Leistung alleine, sondern um die Erfassung der zunehmenden Komplexität der Arbeitswelt und damit um eine psychische Ressource.

ISIS-HeartBalance hat ein einfach anwendbares, objektives Messverfahren entwickelt, welches diese physischen und psychischen Ressourcen frühzeitig misst und damit in der Lage ist Defizite und Fähigkeiten zu erkennen.

In Abbildung 1 sehen wir einen vitalen und gesunden Menschen mit ausgezeichneter Regulationsfähigkeit zwischen Leistung und Entspannung. Die Erholung im Schlaf führt zur Reorganisation der physischen und psychischen Ressourcen.

In Abbildung 2 sind die Ressourcen dramatisch abgesunken. Das vitale Potenzial ist reduziert und die Regulationsfähigkeit blockiert. Ersichtlich ist auch, dass es zu keiner Erholung im Schlaf, sondern nur zu einer leichten Reduktion des Stressniveaus kommt. Damit ist die Regenerationsfähigkeit des Organismus deutlich eingeschränkt. Der Trend zu psychischen und physischen Gesundheitsstörungen ist vorhersehbar.

ChronoPsychologie ist als präventiv-orientierte Disziplin einzustufen und soll aufgrund dieser Charakteristik Nutzen und Anwendung im Rahmen des Instituts für ChronoPsychologie erhalten. Dabei werden speziell durch die salutogenetisch orientierte Betrachtungsweise neue innovative Methoden und Verfahren zu entwickeln, wie auch die Anwendung präventiver Maßnahmen zu evaluieren sein.

Definition der ChronoPsychologie

Die ChronoMedizin lässt sich in den größeren Zusammenhang „Präventivmedizin“ einordnen. Aus diesem Grund setzt sich die Institut für ChronoPsychologie und ChronoMedizin (ICPM) speziell im Bereich der Vorsorgemaßnahmen mit den neuesten Erkenntnissen für die Gesunderhaltung des Menschen im Bereich der Familie, der Freizeit, der Arbeit, des Sportes und sozialen Dynamik von Organisationen und Wirtschaftsbetrieben ein.

Allgemeine medizinische Definition

Das Wort „Prävention“ kommt vom lateinischen Verb „praevenire“ und bedeutet „Verhinderung“ bzw. Zuvorkommen“.

Eine allgemeine medizinische Definition beschreibt den Begriff „Prävention“ folgendermaßen:

Prävention umfasst neben dem medizinischen Fach „Hygiene“ auch die Erforschung und Praxis, Krankheiten im frühest möglichen Stadium aufzudecken (z.B. durch Vorsorgeuntersuchungen), deren Häufigkeit (Prävalenz und Inzidenz) in der Bevölkerung und die begünstigenden Umstände (Risikofaktoren) festzustellen, ferner den Versuch, durch geeignete Maßnahmen (z.B. Aufklärung über und Behandlung von Risikofaktoren und Frühstadien) den einzelnen Patienten vor einer Erkrankung zu bewahren (oder zumindest deren Verlauf günstig zu beeinflussen) und damit die Häufigkeit der Krankheit (bzw. deren schwerwiegende Folgen) in der Gesamtbevölkerung zu senken.

(Roche Lexikon Medizin (4.Aufl.), Urban & Schwarzenberg, München)

Primär- / Sekundär- / Tertiärprävention

Die gängige Gliederung des Präventionsbegriffs der „klassischen“ Medizin könnte als „Stufenplan“ bezeichnet werden, der – je nach Stadium der Gesundheit bzw. Krankheit des Individuums – zeitlich gestaffelt einsetzt:

  • Die Primärprävention hat zum Ziel, die Gesundheit zu fördern und zu erhalten und die Entstehung von Krankheiten zu verhindern. Maßnahmen der Primärprävention können Individuen ebenso wie Personengruppen betreffen. Hierzu gehört zum Beispiel die Vermeidung von Risikofaktoren. etwa durch Anti-RaucherInnen-Kampagnen, Programme zur gesunden Ernährung oder zur körperlichen Aktivität.
  • Die Sekundärprävention soll das Fortschreiten eines Krankheitsfrühstadiums durch Frühdiagnostik und -behandlung verhindern. Sie umfasst Maßnahmen zur frühzeitigen Entdeckung von Krankheiten bzw. greift in Risikosituationen und erkennbare Veränderungen ein. Screening-Untersuchungen bei scheinbar Gesunden auf das Vorliegen bestimmter symptomloser Krankheitszeichen oder -vorzeichen zielen darauf ab, Krankheiten im Frühstadium zu erkennen und sie durch rechtzeitige Behandlung möglichst zur Ausheilung oder zum Stillstand zu bringen.
  • Als Tertiärprävention wird die Vermeidung der Verschlimmerung von bereits manifest gewordenen Erkrankungen bezeichnet; sie beinhaltet aber auch die Rückfallsprophylaxe sowie die Prävention von Folgestörungen bei bereits bestehenden Krankheiten bzw. eingetretenen Ereignissen.

(Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e.V. (MDS),
Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Universität Zürich)

Individual- / Kollektivprävention

„Prävention“ kann auch nach Individual– bzw. Kollektivprävention unterschieden werden.

Individualprävention (auch: Individuumorientierte oder personale Prävention) versucht, das individuelle Verhalten zu beeinflussen, z.B. durch Aufklärung / Information oder durch Stärkung der Persönlichkeit und der individuellen Ressourcen. Die Motivation zum gezielten Pausenverhalten, Verwendung von Entspannungstechniken.

Kollektivprävention (auch: strukturelle Prävention) ist auf strukturelle oder Umweltfaktoren ausgerichtet, z.B. auf bestimmte Lebensbereiche (Familie, Arbeit, Freizeit, Wohnen usw.) ebenso wie auf Maßnahmen auf Makroebene (Sozialpolitik, Finanzierungsmaßnahmen usw.). Die strukturelle Maßnahme der Regelung von Nachtschichtarbeit, Jet-Lag Regelung bei Einsatzplänen von Piloten.

(Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Universität Zürich)

Verhaltens- / Verhältnisprävention

Ein weiteres Strukturierungsmerkmal besteht schließlich in der Unterscheidung zwischen Verhaltens– und Verhältnisprävention:

Verhaltensprävention hat die Beeinflussung des menschlichen Tuns und Denkens zum Ziel und lässt sich somit in Analogie zur Individualprävention setzen, während Verhältnisprävention auf die Ausschaltung bzw. Reduzierung schädigender Einflussfaktoren zielt, was wiederum in engem Zusammenhang mit der technischen Prävention steht.

 

Ziel einer präventionsorientierten ChronoPsychologie ist es, auf Basis der medizinischen und psychologischen Erkenntnisse und Grundlagen einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität für den Menschen zu entwickeln und anwendungsorientiert umzusetzen.